Kurz gesagt
Stauden teilst und verpflanzt du am besten, wenn sie nicht in voller Blüte stehen. Für frühblühende Stauden ist der Herbst, für sommer- und herbstblühende das Frühjahr geeignet. Grabe die Pflanze vorsichtig aus, teile sie mit einem scharfen Werkzeug und setze die Teilstücke zügig an den neuen Platz. Anschließend gut angießen und auf ausreichende Feuchtigkeit achten.
Auf einen Blick
- Aufwand
- Mittel
- Dauer
- 1-2 Stunden
- Schwierigkeit
- Mittel
- Zeitpunkt
- Frühjahr oder Herbst
- Kosten
- Gering
Viele Stauden werden mit den Jahren weniger blühfreudig oder wachsen zu dicht. Durch das Teilen und Umpflanzen verjüngst du die Pflanzen, erhältst kräftige Ableger und kannst kahle Stellen im Beet auffüllen. Der richtige Zeitpunkt und ein schonendes Vorgehen sind entscheidend, damit die Stauden nach dem Umsetzen schnell wieder anwachsen und gesund bleiben.
Das Wichtigste in Kürze
- Stauden teilst du, um sie zu verjüngen und ihre Blühkraft zu erhalten.
- Der optimale Zeitpunkt richtet sich nach der Blütezeit: Frühblüher im Herbst, Sommer- und Herbstblüher im Frühjahr.
- Grabe die Pflanze vorsichtig aus, teile sie mit einem scharfen Spaten oder Messer.
- Setze die Teilstücke zügig an den neuen Standort und gieße gut an.
- Nicht alle Stauden vertragen Teilung gleich gut – manche reagieren empfindlich.
Grundlagen
Das Teilen ist bei vielen mehrjährigen Stauden sinnvoll, weil sie sonst im Zentrum vergreisen oder ihre Blühfreudigkeit nachlässt. Auch zu groß gewordene Horste lassen sich so verkleinern oder auf mehrere Beete verteilen. Nicht alle Stauden lassen sich gleich gut teilen: Während viele Horstbildner davon profitieren, reagieren Pfahlwurzler oder empfindliche Arten oft schlecht auf Teilung.
Warum Stauden teilen?
- Verjüngung: Alte Pflanzen werden wieder vital.
- Blühfreude: Die Blüte wird oft reicher und gleichmäßiger.
- Platzgewinn: Zu groß gewordene Horste lassen sich aufteilen.
- Vermehrung: Zusätzliche Pflanzen für Garten oder Tausch.
Stauden, die empfindlich auf Teilung reagieren
Einige Stauden, vor allem solche mit Pfahlwurzeln (z. B. Pfingstrosen, Lupinen), vertragen das Teilen schlecht oder nur im jungen Alter. Auch sehr alte oder holzige Pflanzen reagieren empfindlich. Diese Arten setzt du besser nur vorsichtig und möglichst selten um.
Konkrete Umsetzung
Der richtige Zeitpunkt
Der ideale Zeitpunkt hängt von der Blütezeit der jeweiligen Staude ab:
- Frühjahrsblühende Stauden (z. B. Primeln, Tränendes Herz): Teilung und Umpflanzen im Herbst (September/Oktober), damit sie im Frühjahr wieder austreiben können.
- Sommer- und Herbstblüher (z. B. Astern, Sonnenhut): Teilung und Umpflanzen im Frühjahr (März bis Mai), sobald der Boden offen und bearbeitbar ist.
In milden Regionen kannst du früher beginnen, in rauen Lagen wartest du besser bis keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Stauden sollten möglichst nicht in voller Blüte oder bei großer Hitze geteilt werden.
Vorbereitung
- Werkzeug reinigen und schärfen (Spaten, Messer, Grabegabel).
- Neuen Pflanzplatz vorbereiten: Boden lockern, Unkraut entfernen, ggf. Kompost einarbeiten.
- Bei Trockenheit den Boden vorher wässern.
Schritt für Schritt: Stauden teilen und umpflanzen
- Pflanze ausgraben: Staude großzügig mit einer Grabegabel oder einem Spaten aus dem Boden heben. Möglichst viele Wurzeln erhalten.
- Erde abschütteln: Lose Erde vorsichtig entfernen, damit die Wurzelstruktur sichtbar wird.
- Staude teilen: Mit einem scharfen Spaten, Messer oder den Händen in mehrere Stücke teilen. Jedes Teilstück sollte mehrere Triebe und ausreichend Wurzeln besitzen.
- Krankes oder vergreistes Material entfernen: Alte, abgestorbene oder kranke Wurzelteile abschneiden.
- Teilstücke einpflanzen: Sofort an den vorbereiteten neuen Standort setzen. Pflanztiefe wie zuvor beibehalten.
- Angießen: Die frisch gepflanzten Teilstücke gut wässern, damit sich die Erde an die Wurzeln schmiegt.
- Pflege nach dem Pflanzen: In den ersten Wochen auf gleichmäßige Feuchtigkeit achten. Bei Bedarf schattieren, bis die Pflanzen angewachsen sind.
Wichtige Hinweise zu empfindlichen Stauden
- Pfingstrosen, Lupinen, Mohn und andere Pfahlwurzler möglichst nicht teilen, sondern direkt aussäen oder vorsichtig umpflanzen, solange sie jung sind.
- Gräser und horstbildende Stauden wie Taglilien, Astern, Phlox, Storchschnabel oder Sonnenhut profitieren besonders von regelmäßiger Teilung.
- Bei giftigen Stauden (z. B. Eisenhut, Fingerhut) Handschuhe tragen und Kinder/Familienmitglieder informieren.
Nachsorge und Pflege
- In Trockenperioden regelmäßig gießen, bis die Stauden sicher angewachsen sind.
- Mulchen hilft, die Feuchtigkeit zu halten und Unkraut zu unterdrücken.
- Düngen ist erst nach dem Anwachsen sinnvoll, meist im nächsten Frühjahr.
Häufige Fehler
- 1Falscher Zeitpunkt: Stauden während der Blüte oder bei Hitze teilen – besser außerhalb der Blütezeit und bei gemäßigten Temperaturen.
- 2Zu kleine Teilstücke: Ableger ohne ausreichend Wurzeln oder Triebe wachsen schlecht an – immer kräftige Teilstücke wählen.
- 3Nicht ausreichend gewässert: Nach dem Pflanzen zu wenig gegossen – in den ersten Wochen gleichmäßig feucht halten.
- 4Empfindliche Arten geteilt: Pfahlwurzler wie Pfingstrosen unnötig teilen – diese Arten besser ungestört lassen.
- 5Werkzeug nicht gereinigt: Verschmutztes Werkzeug kann Krankheiten übertragen – immer sauber arbeiten.
Saisonhinweis
Das Teilen und Umpflanzen von Stauden ist in den meisten Regionen im Frühjahr (März bis Mai) oder Herbst (September/Oktober) möglich. In rauen Lagen solltest du späte Fröste abwarten. Bei trockenem Wetter gut wässern.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man Stauden teilen?
Die meisten Stauden profitieren alle 3 bis 5 Jahre von einer Teilung. Stark wachsende Arten können auch häufiger geteilt werden.
Kann ich Stauden auch im Sommer teilen?
Während der Blüte oder bei Sommerhitze solltest du Stauden möglichst nicht teilen, da sie dann schlecht anwachsen. In Notfällen ist eine Teilung mit intensiver Pflege aber möglich.
Woran erkenne ich, dass eine Staude geteilt werden sollte?
Typische Anzeichen sind weniger Blüten, kahle Stellen im Zentrum oder zu dichte Horste. Auch wenn die Pflanze andere Stauden verdrängt, ist eine Teilung sinnvoll.
Müssen alle Stauden geteilt werden?
Nein, einige Arten wie Pfingstrosen oder Mohn sollten möglichst ungestört bleiben. Die meisten horstbildenden Stauden profitieren jedoch von regelmäßiger Teilung.
Was mache ich mit überschüssigen Teilstücken?
Überschüssige Ableger kannst du verschenken, tauschen oder an anderer Stelle im Garten einpflanzen. Achte darauf, nur gesunde Pflanzen weiterzugeben.






